"You know I hate to ask - But are 'friends' electric?"
in verbindung mit diesem zitat kam mir der elektrische mönch von douglas adams in den sinn. für diejenigen, die das buch nicht kennen, der elektrische mönch glaubt für einen, so wie der videorekorder die filme für einen ansieht, für die man keine zeit hat. sehr nützlich also für den modernen, vom glauben abgefallenen weltbürger.
was macht eigentlich der elektrische freund?
ich musste beim "electric friend" an die heute omnipräsenten vituellen kontakte denken. ich pflege davon ebenfalls einige, aus denen sich im lauf der zeit freundschaften entwickelt haben. diese virtuell-realen freunde "besuche" ich auch täglich, meist sogar mehrmals.
fast alle von ihnen habe ich bereits mindestens einmal getroffen.
meine erfahrungen auf gewissen internetseiten machte ich ebenfalls bereits... und die meisten von uns kennen die "freunde" auf irgendwelchen seiten wie facebook, wer-kennt-wen, hi5 etc.
sicherlich ist meine erkenntnis nicht neu, dass man auf diesen plattformen durchaus sehr interessante menschen treffen kann.
ob sich aus diesen art von virtuellen kontakten mehr entwickelt, ist meiner erfahrung nach sehr unsicher.
es gibt etliche faktoren, die das ganze beeinflussen. der größte faktor dabei ist meiner meinung nach der menschliche wankelmut und die anonymität der virtuellen kontakte. man ist austauschbar, wartet doch der nächste elektrische freund um die ecke, wenn der unterhaltungswert abgelaufen ist.
natürlich ist die eingangsfrage, was man oder frau auf der jeweiligen seite sucht, oder ob man sucht, oder ob sich z. b. aus einem kundenkontakt eine freundschaft oder kooperation entwickelt, oder ob ich auf der suche bin, nach menschen, die meine vorlieben und gedanken teilen etc. oder eben einfach nur nach unterhaltung.
ist der elektrische freund eine art virtuelles kuscheltier für erwachsene (oder jugendliche)?
viele dieser art plattformen und kontakte/"freunde" haben für mich in etwa den gleichen stellenwert, wie leute, die ich zufällig in der disco oder im café sehe. hintergrundrauschen sozusagen.
vor einiger zeit sah ich mal ein comic zum thema "freunde". es war ein leerer friedhof und ein pfarrer abgebildet. der pfarrer las die gradrede vor: "er hatte viele freunde. facebook-freunde". tja.
ich bin vielleicht altmodisch, aber freundschaft bedeutet für mich mehr, als irgendwelche klicks auf irgendwelchen webseiten.
wenn ich lese, was für ein aufruhr es verursacht, wenn facebook mal ein paar stunden nicht erreichbar ist, finde ich das reichlich befremdlich.
ich erinnere mich an abende, an denen unsere stammdisco aus technischen gründen geschlossen war. hm.
nun, wir hingen auch reichlich planlos herum. so ein abend endete entweder in einer anderen disco, mit einer spontan-party im nürnberger burggraben oder in meiner wohnung. die planlosigkeit hätten wir damit also mit der web 2.0-gemeinde gemeinsam gehabt, nur waren wir da noch ca. 20 jahre vom web 2.0 entfernt.