Mittwoch, 28. Juli 2010

klamottenlabel goes kreativwettbewerb

kürzlich entdeckte ich im dawanda-forum einen hinweis auf den wettbewerb "kultur- und kreativpiloten".

die webseite habe ich mir gleich mal angesehen, und als ich über folgende sätze stolperte, war klar, dass klamottenlabel an den start gehen muss!
 
"Gewinnen: Netzwerk. Know-how. Publicity.
Die Sieger-Piloten bekommen beste Chancen, um durchzustarten.
Konkret erhalten Sie:
individuelles Screenings bei branchenversierten Beratern

ein gutes Netzwerk mit anderen kreativen Vordenkern, das Türen öffnen kann

drei Workshops mit anderen Kultur- und Kreativpiloten zu marktrelevanten Themen wie Akquise, Marketing und Management..."

ah, ein netzwerk mit anderen vordenkern, das türen öffnen kann!

ja! hier sind wir richtig!


ich habe dann rasch das geforderte anschreiben nebst geschäftsidee und lebenslauf verfasst und zusammen mit ein paar postkarten hingeschickt.

herr h. und ich sind sehr gespannt, was dabei rauskommen wird. dort eingeladen zu werden, würde uns natürlich aus diversen gründen äußerst viel freude bereiten.

wir harren der dinge, die da kommen werden und arbeiten derweil weiter an der weltherrschaft.

Sonntag, 25. Juli 2010

modernes mobil-leben

ich war heute mit dem bearbeiten von mehreren webseiten beschäftigt. im grunde ist das eine moderne form der sisyphusarbeit. immer, wenn die seite mal "fertig" ist, kommen wieder änderungen, müsssen neue bilder und/oder texte rein. das heißt also immer, wenn ich denke, dass der stein jetzt gleich oben auf dem berg ist, rollt er wieder runter.

nun ja, ich will mich nicht beschweren.

ich sitze - im gegensatz zu vielen anderen - freiwilig und selbstbestimmt am rechner, meistens sogar noch gern.

im gegensatz zu herrn h., denn das "immer und überall können" langweilt, schleppe ich meinen laptop gerne in der wohnung herum oder - so wie jetzt - auf die terrasse. meinen rechner betrachte ich ebenso als kreativwerkzeug, wie die diversen gerätschaften in meinem studio, die ich aber nicht rumschleppen kann.

wenn ich gerade eine idee für eine postkarte oder eine grafik habe, will ich dabei nicht unbedingt an den schreibtisch gefesselt sein.

ich sehe die trennung von beruflichem und privatem dennoch als notwendig und sinnvoll an.

leider bin ich selbst dabei nicht unbedingt konsequent und mein laptop verführt mich dann doch oft dazu, "schnell mal" auf dem sofa nach neuen e-mails zu sehen, oder wer sich gerade alles in skype rumtreibt, im dawandaforum zu schreiben, oder das blog mit mehr oder weniger tiefsinnigen gedanken zu füllen, oder "schnell mal" ein neues produkt einzustellen.

natürlich gibt es keinen grund, meinen kunden nachts um 23 uhr noch mails zu schreiben. aber der gedanke daran, dass ich das dann am nächsten morgen vergessen könnte, macht mich so zappelig, dass ich es lieber gleich hinter mich bringe. ebenso auftragsarbeiten, die möchte ich immer möglichst sofort vom tisch haben.

so ein punkt auf meiner liste der dinge, die ich noch tun muss (vulgo to-do-liste) hat für mich immer die oberste priorität. ich kann die arbeit einfach nicht liegen lassen. genauso wie ich einen gewissen rahmen von ordnung zum arbeiten brauche. choatisch wird es dann von selbst, wenn ich an neuen dingen arbeite. aber um zu beginnen, brauche ich ordnung und struktur.

gut liegenlassen kann ich abwasch, der nicht in meiner spülmaschine landet, irgendwelche blöden schreiben von versicherung, finanzamt und krankenkasse. auf einer skala von 1 bis 500, wobei 1 für "sehr wichtig" und 500 für "irgendwann in den nächsten 3-4 wochen" steht, stehen solche dinge eher im bereich 489-500.

was würde ich denn alternativ und ohne (mobilen) rechner jetzt tun?
vermutlich säße ich an der nähmaschine. vielleicht würde ich meine sozialkontakte im "real life" pflegen, lesen oder musik hören oder - je nach wetter - in der sonne liegen oder mit dem rad irgendwo rumfahren...

im grunde ist der wichtigste faktor in meinem leben aber nicht der rechner, sondern meine selbständigkeit, damit verbunden natürlich das moderne mobil-leben, denn ohne rechner kein shop und ohne shop keine selbständigkeit.

für mich ist ein leben als "lohnsklavin" nicht mehr denkbar. ich möchte keine befehlsempfängerin mehr sein, ich mag keine hierarchien - und besonders nicht die, die sich "flach" nennen, dahinter verbergen sich oft die größten profilneurotiker.
"die hierarchien hier sind so flach, dass wir unsere mitarbeiter gerne unter den teppich kehren."

vorteil und nachteil zugleich ist die möglichkeit, des "immer und überall arbeitenkönnens" und damit verbunden klar die mangelnde abgrenzung von arbeit und freizeit.

natürlich bin ich im kopf in irgendeiner form immer mit meiner arbeit beschäftigt. als "kreativarbeiterin" kann ich auch nicht einfach einen hebel umlegen, und auf knopfdruck kreativ sein. manchmal müssen ideen gleich probiert und umgesetzt werden, und wenn es nur aus reinem spaß an der freude ist.

herr h. was meinen sie, sollen wir vielleicht noch eine art mobilkommando ins leben rufen, das die klamottenlabel-denksprüche in der fußgängerzone als "denken to go" verkauft? so im geiste des modernen mobil-lebens?

vielleicht sollte ich mich nachher mal mit e-paper beschäftigen, oder wir machen ein kunst-happening draus... und da fällt mir noch ein, dass ich mich auch mal mit griechischer mythologie beschäftigen könnte, muss gleich mal nach büchern suchen.

essen müsste ich auch mal was... die nächste sysiphosarbeit ruft...

Samstag, 24. Juli 2010

meine kleine comicwelt

heute nachmittag kam bei mir ein päckchen mit dem genialen comic "the wormwood chronicles" von garth ennis an.

das hat zwar jetzt alles nichts mit klamottenlabel zu tun (wobei... an religionssatire arbeiten wir sicherlich auch noch...), aber der comic sei euch allen wärmstens ans herz gelegt, ich habe schon lange nicht mehr über literatur so gelacht.

zum inhalt will ich nicht allzuviel verraten, aber die protagonisten sind wormwood, der antichrist, seines zeichens serienproduzent fürs kabelfernsehen, sein bester freund jesus, ein dreadlocktragender simpel, ein sprechender hase, ein perverser papst (jacko... ein schelm, wer böses denkt...) und natürlich der teufel und gott, der sich schon lange das hirn rausgew... hat (tschuldigung).

ich war bis jetzt eigentlich keine große comicleserin, aber das eine oder andere hat es mir dann doch angetan, z. b. die wunderbar gewalttätigen lobo-comics von keith giffen (the last czarnian... genial, der buchstabierwettbewerb!), sandman und neverwhere von neil gaiman und natürlich nicht zu vergessen walter moers, dessen politisch unkorrekte comics mich schon seit jeher begeistern.

diese form von literatur war in meinem elternhaus leider als "schund" verpönt, so dass mein kontakt damit - über bussi bär und fix und foxi hinaus - eher nicht vorhanden war.

später habe ich mich dann mit meinem damaligen freund um die mickey mouse gestritten, die seine mutter von ihrer arbeit beim nordbayerischen pressevertrieb mitbrachte.

ich glaube, ab jetzt werde ich mehr comics lesen.

Freitag, 23. Juli 2010

guten abend, welt

vielleicht bin ich ja allein, aber ich sitze lieber am rechner (oder der nähmaschine, oder dem plotter) und fülle die welt mit unseren wunderbaren (?) ideen, als den freitagabend in einer disco zwischen mehr oder minder paarungsbereiten geschlechtsgenossinnen oder angehörigen des anderen geschlechts zu verbringen.

ich gehe gerne tanzen, das schon, aber nicht um der fleischbeschau willen, sondern um zu tanzen. und in einer disco kann man das meiner meinung nach nicht wirklich. für soziologische studien hingegen ist dieser ort hervorragend geeignet.

aber ich wollte ja über klamottenlabel schreiben.

klamottenlabel ist eine typische kopfgeburt von zwei menschen, die nicht vor- sondern lieber nachdenken.

ich habe gerade mal das wort "vordenker" in google eingegeben und erschreckende dinge gefunden.

da gibt es webseiten, die zum gemeinsamen vordenken einladen, ja sogar ein magazin namens "vordenker".

was ist dieses vordenken denn überhaupt?

ist das so etwas, wie laut denken?
und alle denken mit?
oder beten wir bloß das nach, was uns vorgedacht wurde?
ist vordenken identisch mit vorkauen und danach die vorgekauten ideen unters volk spucken?

ich habe keine antwort.

bevor mich herr h. auf dieses phänomen stieß, habe ich mich mit dem vordenken nie beschäftigt und jetzt muss ich gestehen, dass es mich täglich von irgendwoher anspringt. an allen ecken und enden wird vorgedacht.

vordenker, aller länder vereinigt euch!

hm, klingt das jetzt besser, als

nachdenker, aller länder vereinigt euch!

vielleicht ist es so, dass das wort "vordenken" subjektiv eine stärkere dynamik ausstrahlt, als das behäbige nachdenken. da sitzt einer in denkerpose auf einem stein, den kopf in der hand...

vordenken dagegen, das ist dynamik, das ist web 2.0, denken-to-go sozusagen. das klingt jung und erfrischend, ist hip und in.

aber was denkt man denn da, wenn man vordenkt?

rein intuitiv würde ich behaupten, dass der prozess des vordenkens auf einem viel unbewußteren kognitiven niveau ablaufen dürfte, als der des nachdenkens.

das vordenken kommt sozusagen vor dem nachdenken.

heißt das vielleicht auch, dass ich vorgedacht etwas frei von der leber weg rausplappere, das ich - nach reiflichem nachdenken - besser nicht gesagt hätte?

vielleicht ist das die essenz des vordenkens: das undurchdachte einfach mal rausplappern und zuschauen, wie es sich in der welt verbreitet.

wie seht ihr da draußen das?